"Tthis is not a cruise ship, this is a 'spend all your money on some crap' ferry!" (Kristian, Dänemark)
Trotz diesem sehr kritischen Statement eines jungen Dänen, mit dem ich meine Kabine teilte, ist die Überfahrt mit der M/S Norröna von Island nach Norwegen eine recht spaßige Angelegenheit.
Kurz und bündig
Reederei "Smyril-Line"
Route (Winter): Mittwoch: Seydisfjördur (Island) - Donnerstag: Torshavn (Färöer Inseln) - Freitag: Bergen (Norwegen) - Samstag: Hanstholm (Dänemark)
Rückfahrt: gleiche Route, Ankunft in Seydisfjördur am Dienstag
Weitere Informationen und Buchung:
Routenverlauf Eingeengt: Die "Couchette"
Wer ein armer Student ist und ein bisschen auf seinen Geldbeutel achten muss (so wie ich), der reist selbstverständlich in der günstigsten Kategorie ("Couchette". Das bedeutet: Du schläfst auf Deck 2 (von 8), unter dir ist nur das Schwimmbad, der Fitness-Bereich, der Maschinenraum und das Meer.
In einem Raum, der mit einer Schwingtür vom Gang abgetrennt ist, befinden sich neun solche Couchettes, jeweils drei übereinander, an drei Wänden, die vierte Wand ist die Tür.
Es ist eng. Und sehr gesellig. Meine "room mates" und ich bezeichneten uns als die "Kellerkinder", denn das Tageslicht bekommt man dort unten nicht zu Gesicht.
Über den Couchettes sind Car- und Trailer-Deck, von wo des öfteren lautes Krachen zu hören war - was dort genau vor sich ging, konnten wir leider bis jetzt nicht herausfinden.
Top Things to do:
- Die Überfahrt nach Bergen in Norwegen dauert gut 48 Stunden, da kann einem schon sehr langweilig werden, wobei es durchaus lustig sein kann, sich auf Deck 5 neben der sog. "Shopping Arcade" und den Flipperautomaten einen Tisch zu ergattern und das muntere Treiben an Bord zu beobachten. Dabei stellt man dann fest, dass manche Passagiere bis zu 5 Mal in 10 Minuten den Gang auf und ab wandeln. Offensichtlich geht es ihnen genauso wie dir!
- Freunde dich mit ein paar Leuten an und geh mit ihnen in der Bar einen trinken, heimlich füllt ihr die Gläser dann immer wieder mit Spirituosen aus dem Duty-Free-Shop auf, das ist um einiges billiger. (Funktioniert wirklich, danke für den lustigen Abend, Kristian)
- Kauft euch Schnaps im Duty-Fre-Shop und trinkt gleich hinter der Kasse einen ordentlichen Schluck aus dem Falschendeckel. (Danke für die gute Idee, Kristian)
- Kauft euch noch an Land Lebensmittel und holt euch dann aus der Cafeteria Besteck, Becher und Teller. Klappt wunderbar! Man kann sogar ganz offiziell fragen, ob man etwas borgen darf.
- Da jeder Fahrstuhl fährt, ist das Treppenhaus zwischen Deck 1 und 6 nicht besonders frequentiert, ihr könnt dort wunderbar einen Staffellauf veranstalten und dabei noch ein bisschen abspecken.
- Werde seekrank (so wie die Mehrzahl der Passagiere), torkele durch die Gänge und sag allen "Nein nein, mir geht es gut, ich bin nur leicht angetrunken."
- Sag zu deinen "room mates", dass dir die Schaukelei ganz gut gefällt, aber es für deinen Geschmack dann doch noch etwas mehr Seegang sein könnte (ich wurde daraufhin nach ganz oben auf Deck 8 geschickt)
Die Färöer-Inseln
Im Sommer hat das Schiff dort zwei Tage Aufenthalt, im Winter nur wenige Stunden. Ein Bummel durch die Hauptstadt Torshavn lohnt sich aber auf jeden Fall!
Es empfiehlt sich, die Touristeninformaiton dort aufzusuchen: Frage die junge Dame hinter dem Tresen, die sich erst nach einigen Minuten Zwinkern und Winken dir zuwendet, was du in ein paar Stunden in Torshavn sehen kannst. Offensichtlich war ich der erste, der diese Frage stellte, der Gesichtsausdruck war jedenfalls einmalig. Eine Antwort auf meine Frage hatte sie allerdings nicht.
Torshavn - Kleine BildergalerieDas Ende
Es ist wie eine Erlösung, wenn man dann endlich den Fähren-Mikrokosmos verlassen darf. Kristian brachte es auf den Punkt, als ich mich von ihm in Dänemark verabschiedete:
"Wish you a good trip back home, Jörg! I have to stay another 25 hours in this prison until I am back home in Denmark."







