Wer von der Nordinsel auf die Südinsel will, muss irgendwie die Cook-Straße überqueren, am schnellsten geht das natürlich mit dem Flugzeug, und günstiger als die Fähre ist das auch, wenn man rechtzeitig bucht. Da ich aber nie rechtzeitig buche und ohnehin das langsame Reisen bevorzuge, nehme ich die Fähre von Bluebridge (http://wwww.bluebridge.co.nz) zu 55$ von Wellington nach Picton.
Als ich ich es mir gerade auf einer Bank an Deck gemütlich gemacht habe, werde ich von einer älteren Dame angesprochen, die sich neben mir räkelt. Ob ich wisse, wann die Fähre abfährt - offensichtlich sucht sie Kontakt zu jüngeren Männern.
Ich teile ihr mit, dass das Boot um 13 Uhr ablegt und wende mich wieder ab. Trotzdem gelingt es ihr nach einer Weile, mich wieder in ein Gespräch zu verwickeln. Sie heißt Sybille und schreibt ein Buch über Urlaubskatastrophen. Auf den Fidschi-Inseln ist sie bei einem Hurricane fast abgesoffen, in Australien wäre sie um ein Haar den Waldbränden zum Opfer gefallen. Kaum hat sie den Satz beendet, ertönt eine Durchsage: Eine der zwei Maschinen des Schiffes ist ausgefallen und wir werden fünf Stunden später ankommen.
Vermutlich ist es alles Sybilles Schuld und das Schiff wird sinken. So vermuten wir jedenfalls. Als kleiner Trost (und vermutlich damit ich mich der Konversation mit der Dame nicht entziehen kann) lädt Sybille mich dann zu Kaffee und Keksen ein. Es soll also eine gemütliche Kaffeefahrt werden. Gegen 17 Uhr ist dann die Maschine wieder repariert und es geht mit Volldampf gen Süden durch die Marlborough Sounds - wir kommen dann doch nur vier Stunden verspätet an.







