Taupo ist eine Kleinstadt in der Mitte der Nordinsel und so wie Rotorua ein touristischer Rummelplatz: Alex aus Berlin hat gerade sein Abitur gemacht, ein Jahr in Australien gearbeitet und will Medizin studieren - vorher will er sich aber noch den ultimativen Kick geben: Einen Fallschirmsprung aus 15000 ft Höhe - inkl. DVD und T-Shirt für schlappe 500 Dollar.
Wer nicht ganz so hoch hinaus will oder nicht das nötige "Kleingeld" dafür hat, kann trotzdem eine schöne Zeit in Taupo verbringen. Folgt man der Spa Road stadtauswärts und biegt hinter dem Taupo Bungee links ein, kann man entlang des Flusses zu den Huka Falls und weiter wandern - unbedingt Badezeug mitnehmen, denn es gibt eine kleine Bucht, in der ein heißer Strom in den großen Fluss mündet und das Wasser auf Badewannentemperatur erwärmt.
Wer dort herumdümpelt und die Wärme genießt, lernt auch viele nette Menschen kennen. "Ich komme aus Antarktika, ich bin der einzige Mensch, der dort lebt und spiele immer mit den Pinguinen", erzählt ein bärtiger Mann und ein junger Koreaner ist total begeistert und erkundigt sich nach Flügen dorthin. Ich rate ihm natürlich auch, die Chance wahrzunehmen, denn: Wann kommt man schon mal in die Antarktis?
Als ich gehen will, weil meine Haut langsam schrumpelig wird und mein Smalltalkbedürfnis übererfüllt ist, kommt der Koreaner zu mir, setzt seinen grünen Hut auf und meint: "Es stört dich doch nicht, wenn ich dich in die Stadt begleite?" - "Ähhm, nein, natürlich nicht.". Ich will eigentlich nur nach Hause und duschen und mir dann bei Pak'n'Save )dem neuseeländischen ALDI) etwas zum Abendessen besorgen, aber der Koreaner verquatscht sich mit einer Famillie aus Australien, wo er ja als nächstes hinreisen will. Als wir dann endlich weitergehen, kommt er auf die Idee, mit zu meinem Hostel zu kommen. "Stört dich doch nicht, wenn ich mir dein Hostel mal ansehe, oder?" - "Ähhm, also, nein, kannst du gerne machen." Ich setze ihn dann in der Lounge ab, wo er jemand anderes ins Gespräch verwickelt, und mache mich auf zur Dusche. Nach dem Abendessen geht es mit Mikey aus England und Tanja aus Deutschland in den Pub - ich gönne mir ein Glas fruchtigen neuseeländischen Wein und schneide im Team mit Tanja gegen Mikey und einen Iren beim Billiard gar nicht so schlecht ab, wie ich befürchtet hatte.







