Schon Otto Waalkes machte sich in seinem Song "Dänen lügen nicht" über das nordische "Völkchen" lustig. Und er hat Recht: Dänen können wirklich sehr komisch sein - obwohl das kleine Königreich nur eine Verlängerung von Schleswig-Holstein mit ein paar Insel ist, sind die Leute dort völlig anders als in Flensburg . Wer aus Island mit der Fähre kommt, muss zwangsweise durch Dänemark und kann dort allerhand lustiges erleben.
Vom Kopenhagener Hauptbahnhof fahre ich mit der S-Bahn nach Karlslunde, wo sich laut hitchbase.com eine Autobahnraststätte befinden soll, an der ich mir einen Lift nach Rödbyhavn zur Fähre nach Fehmarn organisieren will. Einen älteren, bärtigen Mann frage ich nach der "petrol station", erst will er mich zum Bahnhof schicken, dann ziehe ich einen Zettel hervor und male eine Tanksäule auf - diese Form der Verständigung habe ich zunächst in der Ukraine benutzt, aber auch in Dänemark scheint es noch vereinzelt Menschen zu geben, die kein Englisch sprechen.Er deutet mit dem Zeigefinger in eine Richtung und ich setze mich mit meinem 20 kg schweren Rucksack in Bewegung.
"Nein nein, das ist doch total falsch. An was für einen wirren Typen bist du denn geraten?", lacht ein mir entgegenkommender Hundebesitzer und deutet in die entgegengesetzte Richtung, "Komm mit! Ich zeig dir die Tanke." Über einen kleinen Trampelpfad an der Autobahnböschung entlang geraten wir dann tatsächlich nach knapp zehn Minuten auf das Areal der Raststätte.
Nachdem ich mich verabschiedet habe, gehe ich auf einen Mann zu, der sich hinter einer dunklen Sonnenbrille versteckt und gerade betont genüsslich eine Zigarette raucht. "Ja, wir fahren in die Richtung, wir wohnen ca. 7-8 km von Rödbyhavn entfernt. Aber wir sind leider total voll. Naja, ich hätte dich wirklich gern mitgenommen. Viel Glück noch!"
Ich nicke und positioniere mich vor dem "Tank-Shop" und spreche einfach jeden an, der dort heraus kommt. Zunächst frage ich einen langhaarigen Studenten, der den Kopf schüttelt: "Nein, ich fahre in eine ganz andere Richtung."
Dann begegne ich einer sympathischen Dame im besten Alter: "Ja, aber selbstverständlich, komm mit."
Ich traue meinen Augen nicht, zwicke mir in die Handfläche und es tut weh - nein, ich träume nicht! Am Steuer sitzt der langhaarige Student, der doch ganz woanders hin fährt und auf dem Beifahrersitz sitzt der Herr mit der Sonnenbrille."Haben Sie Ihre Meinung geändert", frage ich vorsichtig. "Ähhm, ja, sagen wir besser, meine Frau hat meine Meinung geändert. Sie ist immer sehr sozial." "Bist du wohl eher nicht, was?", denke ich mir stillschweigend und klettere auf den Rücksitz.
Es folgt eine sehr angeregte Konversation über das Trampen, über Island und mein Studium und die Herrschaften bringen mich sogar bis zum Fährterminal, da es davor keine Raststätte mehr gibt.
FAZIT: Wenn du einen Dänen erst einmal "aufgetaut" hast, kann er sehr nett sein.







